Nachwuchs auf der MonRo Ranch...

...ein Lebenshof ist dafür da Lebewesen ein Zuhause zu bieten, die obdachlos oder pflegebedürftig sind, die von ihren menschlichen Besitzern misshandelt, ausgebeutet, artwidrig gehalten, oder gar umgebracht werden sollten. Ein Lebenshof ist also ein Ort, an dem das Recht auf (weiter-)LEBEN geachtet und gepflegt wird. Ein Lebenshof sollte jedoch kein Ort sein, an dem neues Leben entsteht, denn es gibt grundsätzlich schon um ein Vielfaches mehr hilfsbedürftige Tiere, als es freie Plätze auf Lebenshöfen gibt. Uns erreichen fast täglich Anfragen, ob wir noch weitere Tiere aufnehmen können. Jedes einzelne hat eine herzzerreißende Geschichte und es fällt uns jedes Mal unendlich schwer die Anfrage ablehnen zu müssen, weil wir bis zum letzten Winkel ausgelastet sind. Darum ist es eigentlich eine obligatorische Notwendigkeit unsere Schützlinge zu kastrieren um die Vermehrung zu verhindern. Bei manchen Tierarten ist das jedoch nicht immer so einfach oder es ist kostspielig und so werden Männlein und Weiblein in dem Fall getrennt voneinander gepflegt. Bei denjenigen, die sich relativ frei auf unserer Ranch bewegen dürfen ist aber auch das keine Option. Die Geburtenkontrolle bei unseren Gänsen und Enten z.B. erfolgt tatsächlich über‘s „Eiersuchen“.

Regelmäßig suchen unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen die einschlägigen Nistplätze ab, sammeln Eier ein und verhindern so, dass sie bebrütet werden. Und da es artspezifische Brutzeiten gibt, wissen wir wann wir besonders aufmerksam zu suchen haben.  In den Wintermonaten Oktober bis Januar haben wir prinzipiell Pause vom Eiersuchen, da es den von uns gepflegten Arten einfach zu kalt ist sich fortzupflanzen. Da Tiere keinen Kalender haben, richten sie sich instinktiv nach der Temperaturlage und den Veränderungen in der Natur. Stichwort Klimawandel / globale Erhitzung... ist euch auch aufgefallen wie mild der Winter war und dass einige Sträucher schon im Dezember Knospen hatten, die normalerweise erst im Frühling austreiben? Ihr könnt euch vielleicht denken worauf es hinausläuft...

Ausgerechnet unsere Warzenente, die wir „Mama“ genannt haben, hat die Zeichen der aus dem Gleichgewicht taumelnden Natur als Startschuss für den Frühling gedeutet und ist Mama geworden. Plötzlich war das passiert, was einem Lebenshof nicht passieren sollte: 12 Neugeborene Entenküken spazierten schnatternd hinter ihrer Mama „Mama“ hinterher.
Das war am 17.01.2020 - gut zwei Monate zu früh.Nun, da sie auf der Welt sind fallen Sie natürlich unter den definierten Zweck unseres Lebenshofes: Das Recht auf Weiterleben zu ehren. Also haben wir kurzerhand eine kükengerechte gut isolierte und beheizte Mutter-Kind Unterkunft bei unserem Olli eingerichtet und die junge Familie dort untergebracht. Leider hat eines der Küken bereits die Regenbogenbrücke überquert, weil es zu schwach war 😔. Die übrigen 11 und Mama sind aber wohlauf und genießen das Leben. Wir werden weiter über den „ungewollten“ aber nicht „ungeliebten“ Nachwuchs berichten.Und früher oder später werden wir nicht umhin kommen die kleinen Racker zu vermitteln...

  • Mama
  • Mama1
  • Mama2
  • Mama3
  • Mama4
  • Mama5

 

A propos Klimawandel...

Wusstet ihr, dass Tierschutz und Klimaschutz ganz eng miteinander verbunden sind?

Klimaschutz:

Das Klima leidet darunter, dass wir Menschen massenhaft Treibhausgase emittieren. Die mit Abstand größte Menge an Treibhausgasemissionen (>51%) entsteht durch die Haltung von Nutztieren für die Produktion von Fleisch und Milch.

Riesige Flächen Regenwald werden brandgerodet, um Platz für den Anbau von Futterplantagen und für Nutzviehweiden zu schaffen.

Nicht nur die Feuer verursachen Treibhausgase (CO2), auch der Wegfall der üppigen Urwälder reduziert die Fähigkeit der Natur CO2 wieder aus der Atmosphäre zu binden. Auch die intensive Düngung der Futterpflanzen produziert Treibhausgase (Lachgas = 260xCO2)

Dann erfolgt der Transport des Futters durch Schwerölfrachter über den Atlantik, was wieder Treibhausgasemissionen (CO2) bedeutet.

Die Tiere, insbesondere wiederkäuende Rinder, produzieren dann allein durch ihr Dasein weitere Treibhausgase (Methan = 80xCO2).

Und nicht zuletzt der Tiertransport, die Verarbeitung im Schlachthaus und die Kühlkette bis zum Endverbraucher produzieren weitere Treibhausgase (CO2).

Würden wir uns statt von Fleisch und Milchprodukten einfach von Gemüse und Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten - also von Pflanzen - ernähren, so wäre unser ökologischer Fußabdruck schon um rund 75% kleiner und wir könnten nicht nur Urwälder stehen lassen sondern neue aufforsten, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.

Denn eine pflanzliche Ernährung der Weltbevölkerung würde 75% der heute genutzten Ackerflächen frei geben. Das entspricht einer Fläche von USA, Europa, China und Australien zusammen!

Würden da Bäume wachsen, wäre das die mit Abstand wirksamste Maßnahme gegen den Klimawandel.

Tierschutz:

Tierschutz bedeutet nicht nur Streunerkatzen zu kastrieren und Straßenhunde gesund zu pflegen...

Tierschutz bedeutet auch nicht nur eine „Verbesserung“ der katastrophalen Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung.

Denn das Tier wird nicht wirklich „geschützt“, wenn es bloß ein bisschen schöneres Leben - oder besser gesagt ‚ein bisschen weniger schlechtes Leben‘ - hatte, bevor es umgebracht wird, um zu einem Steak zu werden.

Wahrer Tierschutz bedeutet, dem Tier nicht das wertvollste zu nehmen, was es hat: sein LEBEN.

Wir Menschen züchten und töten jährlich 70 Milliarden Landtiere (ohne Fische!), nur um sie für Milch und Eier auszubeuten oder sie zu töten und zu essen.

Kein Tierschutz der Welt - keine noch so guten und schönen Haltungsbedingungen - können Ausbeutung, Leid und Tod durch den Menschen aufwiegen.

Nur, wenn wir die Tiere in Frieden leben lassen, sie gar nicht erst „für uns“ züchten, praktizieren wir wahren Tierschutz.

Wie praktisch, dass das gleichzeitig auch das beste für unser Klima, die Umwelt und unsere Gesundheit ist...

Alles entscheidet sich auf unserem Teller...

Nachwuchs auf der MonRo Ranch...