Wir stellen vor - der Jakobskrautbär!

RaupenRaupen608.07.2019 auf den Weiden der MonRo-Ranch wächst das für unsere Schützlinge giftige Jakobs-Kreuzkraut und wir standen vor der Frage, wie wir es „bekämpfen“ können, um unsere Tiere zu schützen. Die Chemiekeule in Form von Herbiziden kam für uns selbstverständlich nicht in Frage, denn Gift ist nie die angemessene Lösung und bedeutet immer auch unberechenbare Kollateralschäden. Gerade in einer Zeit in der der Mensch für eines der größten Artensterben aller Zeiten verantwortlich ist, wodurch ein Kollaps des Ökosystems Erde bevorsteht, sollte der Mensch sich unbedingt verantwortlicher und vernünftiger verhalten. Also sind wir in den letzten Wochen so gut es eben ging mit Handarbeit - also durch manuelles Ausstechen der Pflanzen - gegen das giftige Kraut vorgegangen. Doch es war einfach zu viel und es sprossen immer neue Giftpflanzen aus dem Boden. Doch dann begann die Natur sich selbst zu regulieren in Form von natürlichen Fressfeinden.

Der Jakobskrautbär oder auch Blutbär, wegen der roten Färbung seiner Flügel, ist ein Nachtfalter, dessen Raupen auf das Jakobskreuzkraut spezialisiert sind. Nun müssen wir einfach nur zusehen wie die Natur sich selbst ins Gleichgewicht bringt.

A propos Artensterben

Der internationale Biodiversitätsrat (IPBES) hat Anfang Mai 2019 seinen aktuellen Bericht veröffentlicht, wonach kurz- bis mittelfristig eine Million (von insgesamt ca. 8 Millionen) Arten akut vom Aussterben bedroht sind.

Das sind 12,5% allen Lebens auf unserem Planeten! Das mag vielleicht nach „nicht viel“ klingen, doch dabei sind folgende Aspekte zu bedenken:
1.) Jedes einzelne Lebewesen und jede Pflanze erfüllt einen bestimmten Zweck im Ökosystem Erde. Mit jedem Verlust einer Art gerät das Ökosystem mehr und mehr aus dem Gleichgewicht und es entstehen Folgeschäden.
2.) Wenn es heißt, dass 1 Mio. Arten vom Aussterben bedroht sind, bedeutet dies nicht, dass die restlichen 7 Mio. Arten völlig gesund und unbeeinträchtigt sind. Wenn eine Art in vielen Teilen der Erde bereits verschwunden ist, aber irgendwo noch eine bekannte Population existiert, wird sie nicht als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Das Artensterben wird vom Stockholm Resilience Center noch vor der Klimakrise und der Unterbrechung des Nitratkreislaufes als größte Gefahr für die Zukunft unseres Planeten eingestuft.

Der IPBES zählt im übrigen folgende vom Menschen verursachte Gründe für das „sechste große Artensterben der Weltgeschichte“ auf:
- 3/4 der Landflächen und 66% der Meeresflächen wurden vom Menschen dramatisch verändert.
- Mehr als 1/3 der weltweiten Landfläche und 75% der Frischwasserreserven werden verbraucht für die Futtermittelproduktion für die Tierprodukteindustrie.
- Seit 1970 hat die Menschheit die landwirtschaftliche Getreideproduktion um 300% und die Holzproduktion um 45% gesteigert. 60 Milliarden Tonnen Rohstoffe werden weltweit jährlich extrahiert, was einer Verdoppelung seit 1980 entspricht.
- Der intensive Landverbrauch hat die Produktivität von 23% der Landflächen reduziert. Bis zu 577 Milliarden US Dollar der weltweiten Getreide Ernte sind gefährdet wegen Verlust bestäubender Insekten und 100-300 Millionen Menschen sind dem erhöhten Risiko von Überschwemmungen und Hurricanes aufgrund des Verlustes von Schutz durch natürliche Küstenhabitate ausgesetzt.
- 2015 wurden 33% der Fischreserven unnachhaltig überfischt, 60% gerade eben nachhaltig gefischt und ur 7% unterhalb der Maximalgrenze für Nachhaltigkeit gefischt.
- Seit 1992 haben die städtischen Gebiete sich mehr als verdoppelt.
- Die Plastikverseuchung hat sich seit 1980 ver-10-facht! 300-400 Millionen Tonnen Schwermetalle, Lösungsmittel, giftige Abwässer und andere Verschmutzungen von industriellen Fabriken landen jährlich in den Weltmeeren und Düngemittel, welche die Ökosysteme der Küstengewässer verunreinigen haben bereits über 400 Todeszonen produziert mit über 245.000 Quadratkilometern - einer Fläche so groß wie Großbritannien.

Es wird allerhöchste Zeit etwas zu ändern, ein nachhaltigeres Leben zu führen und das Ökosystem Erde zu entlasten.
Jede*r Einzelne kann und sollte dazu beitragen, wenn wir unseren Kindern einen noch bewohnbaren Planeten vererben wollen.